Vasektomie

Verhütung – ein wichtiges Thema in jeder Beziehung! Aus heutiger Sicht ist die Pille für den Mann in absehbarer Zeit nicht zu erwarten, sodaß die Vasektomie (Samenleiterunterbindung) eine sehr sichere und derzeit einzige Methode ist um als Mann die Verantwortung in diesem Punkt zu übernehmen – von der Verwendung von Kondomen abgesehen.

 

 

 

Technik:

Ich biete in meiner Ordination die Vasektomie in der No-Scalpel-Technik an. Dabei wird nach Terminvereinbarung und vorangehendem ausführlichem Aufklärungsgespräch der Eingriff in lokaler Betäubung durchgeführt. Hierbei ist die lokale Betäubung der einzig etwas schmerzhafte Schritt, danach wird mit einem Spezialinstrumentarium die Haut unter dem Penis über die Länge von ca einem Zentimeter eröffnet und von hier aus beide Samenleiter durchtrennt und verödet. Mit schwereren Komplikationen oder längeren Beeinträchtigungen ist bei dieser Technik so gut wie nie zu rechnen.

 

Ablauf:

Sollten Sie an dieser Form der Schwangerschaftsverhütung interessieret sein, so können Sie jederzeit einen Vorbesprechungstermin (am besten mit Ihrer Partnerin) in meiner Ordination vereinbaren. Im Rahmen des Erstgesprächs werden Sie von mir vorerst über den Eingriff und was er für Sie und Ihre Partnerin bedeutet aufgeklärt, dann folgt eine körperliche Untersuchung inklusive Ultraschall um mir selbst ein Bild über die Situation zu machen und sicher zu gehen, dass aus medizinischer Sicht alles in Ordnung ist. Danach vereinbaren wir einen Termin zur Operation.
Nach erfolgreicher Operation müssen Sie noch zwei Samenproben in meine Ordination bringen, wenn diese keine Spermien mehr enthalten ist das Thema der Verhütung für Sie und Ihre Partnerin mit höchster Sicherheit erledigt.


Wichtiges für Ihre Entscheidung:

Die Unterbindung der Samenleiter stellt zwar heute die sicherste Methode zur dauerhaften Verhütung dar, allerdings sollte man sich bewusst darüber sein, dass es sich um eine endgültige Operation handelt, und sich deshalb vor der Operation über die Tragweite des Eingriffs klar sein.
Es sollte die Familienplanung abgeschlossen sein und es sollte eine stabile Beziehung mit der Partnerin bestehen. Eine spätere Rückoperation ist zwar möglich, die Erfolgsrate die Samenleiter dann wieder durchgängig zu bekommen liegt aber zwischen 70 und 80 %. Weiters besteht auch die Möglichkeit, dass sich durch den Eingiff die Samenqualität verschlechtert und somit auch bei nachher erfolgreicher Rückoperation eine Kindszeugung auf natürlichem Wege unwahrscheinlich wird.
Somit sollten Sie die Vor- und Nachteile Ihres Entschlusses gründlich abwägen und sich vor dem Eingriff wirklich sicher sein, dass dies die richtige Entscheidung für Sie und Ihre Partnerin ist.


Das gesetzliche Mindestalter für diesen Eingriff beträgt in Österreich derzeit 25 Jahre. Für die Krankenkassen erfüllt dieser Eingriff jedoch nicht die Kriterien einer Krankenbehandlung und somit werden die Kosten von den Kassen nicht übernommen.
Auch bei technisch einwandfreier Durchführung des Eingriffes kann es in Einzelfällen durch spontane Rekanalisation zur unerwünschten neuerlichen Durchgängigkeit der Samenleiter kommen. Aus diesem Grund müssen nach der Vasektomie zwei Spermiogramme abgegeben werden um den kompletten Verschluß nachzuweisen.
Nach der Vasektomie dauert es noch rund 12 – 16 Wochen bis im Ejakulat keine Samenzellen mehr nachweisbar sind. Bis dahin muss anders verhütet werden. 12 Wochen nach der Operation ist ein Spermiogramm, d.h. eine mikroskopische Untersuchung der Samenflüssigkeit, erforderlich. Zu diesem Zweck stellt der Mann eine Ejakulatprobe zur Verfügung. Enthält diese Probe keine Samenzellen mehr, wird dieses Ergebnis mit einer zweiten Probe, nochmals 8-12 Wochen später, bestätigt. Ist auch diese negativ, kann auf andere Verhütungsmittel verzichtet werden. Sind noch Samenzellen vorhanden, wird nach weiteren 4 Wochen noch eine Samenprobe untersucht. Es müssen also zwei Samenproben hintereinander negativ sein um den Eingriff endgültig als erfolgreich zu bezeichnen.
Somit ist der Zeitpunkt der endgültigen Unfruchtbarkeit im Minimum 5-6 Monate nach dem Eingriff erreicht, es kann allerdings auch 9 Monate bis zu einem Jahr dauern um die endgültige Unfruchtbarkeit bestätigen zu können.


Komplikationen:

  • Verletzungen von Gefäßen mit der Gefahr einer Mangeldurchblutung der Hoden (Folge: Hodenschrumpfung=Atrophie), insbesondere nach Voroperation;
  • Blutungen oder Nachblutungen (0-15% der Fälle), die auch noch 48 Stunden nach dem Eingriff einsetzen können;
  • Schmerzen in der Leistengegend (0-5%), die meist innerhalb des ersten Jahres auftreten;
  • Infektionen im Wundgebiet (0-15%);
  • Nebenhodenentzündung und Hodenabszesse (0,5-5%). Insbesondere nach Vorerkrankungen ist diese Gefahr deutlich erhöht. Durch Gabe von Antibiotika und durch kühlende Umschläge klingt in vielen Fällen die Entzündung wieder ab. Ein Abszeß muß in der Regel operativ behandelt werden. Im Extremfall ist mit einer vollständigen Entfernung des betroffenen Nebenhoden-Hodenpakets zu rechnen;
  • Bildung von knotenförmigen Bindegewebswucherungen (4-10%) durch Austritt von Samenfäden in das umliegende Gewebe (Spermagranulombildung) oder durch Fremdkörperreaktion auf das Nahtmaterial (Fadengranulom);
  • erneute Zeugungsfähigkeit (0,4-0,8%) durch ein- oder beidseitiges Zusammenwachsen der unterbrochenen Samenleiterenden;

 

Impotenz und Erektionsstörungen sind nicht zu erwarten, da bei dem Eingriff die Testosteronproduktion unbeeinflusst bleibt.