Unerfüllter Kinderwunsch

Oft bestehen Störungen der Fortpflanzungsfähigkeit jahrelang, bis ein Paar sich entschließt ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. In den Industrieländern liegt die Häufigkeit der Infertilität bei etwa 16 % der Paare im reproduktiven Alter. Der Anteil der Paare, die medizinische Betreuung wegen ihrer Infertilität suchen, liegt zwischen 4 und 17 % mit steigender Tendenz.
Letzten Endes bleiben etwa 3 - 4 % aller Paare am Ende ihrer reproduktiven Lebensphase ungewollt kinderlos. Bedingt durch unsere veränderten Lebensverhältnisse im Vergleich mit spätere Lebensabschnitte zu verlegen.


Dass das genetische Risiko bei Frauen mit steigendem Lebensalter deutlich zunimmt ist heute weithin bekannt - die biologische Uhr bei Frauen beginnt schon ab dem 26. Lebensjahr zu ticken und Mütter über dem 37. Lebensjahr sind schon als „alt" zu bezeichnen.
Im Unterschied dazu können Männer prinzipiell bis ins hohe Alter Kinder zeugen – jedoch geht auch an den Männern der Alterungsprozess nicht spurlos vorüber. So nimmt zunächst die Samenqualität ab. Die Samenflüssigkeit wird weniger und auch die Zahl und Struktur der Spermien verschlechtern sich. Da gleichzeitig auch die Produktion von männlichem Sexualhormon (Testosteron) abnimmt, welches für die Samenproduktion, aber auch für die Erektionsfähigkeit des Penis wichtig ist, braucht ein 40-jähriger Mann doppelt so lange um eine Schwangerschaft zu erzielen wie ein 24-jähriger.
Aus diesen Gründen sind bei Männern mit unerfülltem Kinderwunsch neben einer Analyse der Samenflüssigkeit (Spermiogramm) eine eingehende Besprechung, eine sorgfältige körperliche Untersuchung, verbunden mit Hilfsbefunden (Labortests, Ultraschalluntersuchung) notwendig.

Jedoch ist ein abnormes Spermiogramm noch kein Grund zu verzweifeln. Mit dem heutigen medizinischen Wissen und Therapiemöglichkeiten, muss nur mehr wenigen Paaren der Wunsch nach einem eigenen Kind unerfüllt bleiben.