Penisverkrümmung

Grundsätzlich unterscheidet man angeborene (kongenitale) von erworbenen Penisverkrümmungen. Immerhin sind ca. 5% aller Männer davon betroffen, jedoch in deutlich unterschiedlichem Ausmaß.


Bei der selteneren angeborenen Form (0,4% - 0,6% aller Männer) liegt eine Entwicklungsstörung des Penis im Mutterleib vor, die zu einer Verkrümmung des erregierten Gliedes nach ventral (unten) führt, begleitet oft von einer seitlichen Komponente. In geübten Urologenhänden ist hierbei eine operative Sanierung in über 90% erfolgreich.
Etwas anders stellt sich die Situation bei der erworbenen Form dar, die auch als Induratio penis plastica (IPP) oder Peyronie´s disease bezeichnet wird. Die genaue Ursache ist auch heute noch unklar, es dürften aber wohl kleine Verletzungen der Schwellkörper im Zusammenspiel mit anderen Faktoren (genetische Prädisposition, Transformierender Wachstumsfaktor TGF-ß, usw) beteiligt sein.

Es handelt sich jedenfalls um eine schub- bzw. phasenweise verlaufende Krankheit, die von Spontanheilung bis hin zu massivsten Verkrümmungen des Gliedes nach dorsal (oben) alle Abstufungen bietet. Dabei bildet sich an der Penisoberseite eine gut tastbare Verhärtung (Plaque).
Hier haben auch medikamentöse und mechanische Therapieformen ihre Berechtigung vor dem letzten Schritt – der Operation. Sollte diese jedoch letzten Endes nötig sein kann je nach Ausprägung der Verkrümmung entweder eine Raffungsoperation oder eine Operationstechnik mit Ex- bzw. Inzision des Plaques und Deckung der Läsion mit Eigen- oder Fremdgewebe durchgeführt werden. Voraussetzung dafür ist allerdings Sistieren der Erkrankung für mindestens 6 Monate.
Jedenfalls sollten Sie sich, wenn Sie an einer Penisverkrümmung leiden, vertrauensvoll an Ihren Urologen wenden, damit er Sie rechtzeitig berät und die passende Therapie einleitet.